Wilken Recruiting
Recruiting Audit · Abschlussbericht
Erstellt am 06.05.2026 · Wilken Recruiting · Hamburg
Audit-Abschlussbericht für

Bachmann & Partner.

📍 Aalen + Chemnitz
👥 480 Mitarbeitende
🏭 Sondermaschinenbau
🎯 38 Hirings in 12 Mo.
📋 14 offene Positionen
📈 +10,5 % Wachstum geplant
01 Executive Summary

Worum es geht.

Bachmann & Partner steht vor einer Wachstumsphase – 42 geplante Einstellungen für die nächsten 12 Monate, dazu 14 derzeit offene Positionen. Das Recruiting kostet aktuell € 580.500 p.a., mit drei strukturellen Schwächen: ein zu hoher Headhunter-Anteil, eine kritische Frühfluktuation in den technischen Bereichen und eine Time-to-Hire, die im Engineering 110+ Tage erreicht. Die Mehrheit dieser Probleme ist mit moderatem Aufwand strukturell adressierbar.

"

Sie zahlen viel – aber nicht für gutes Recruiting. Sie zahlen für die Folgen, dass es fehlt.

Headhunter-Aufträge für Positionen, die Sie selbst hätten besetzen können. Frühfluktuation, weil Auswahlqualität und Onboarding nicht zusammenspielen. Vakanztage, weil keiner sieht, wo der Prozess hängt. Drei Symptome, ein gemeinsamer Befund: Recruiting ist hier reaktiv, nicht steuernd.

Identifiziertes Einsparpotenzial p.a.
Konservativ–realistische Range. Headhunter-Reduktion durch Internalisierung, vermiedene Frühfluktuation und reduzierte Vakanzkosten. Nach voller Realisierung – der Hebel verteilt sich realistisch über 18–24 Monate.
€ 145.000 – 215.000
HH-Reduktion
€ 78.000
Kosten der Fehlbesetzung
€ 41.000 – 62.000
Verzögerte Besetzung
€ 26.000 – 75.000
Aktuelle Performance · Die Kern-KPIs im Überblick
Cost per Hire *
6.240€
Bei 38 Hirings · € 298k Gesamt
▲ am oberen Benchmark-Rand*
Time-to-Hire *
87d
Engineering: 112 d · Benchmark*: 28–35 d
▲ +150 % über Median*
Frühfluktuation 12 Mo. *
18,4%
7 von 38 Hirings · Benchmark*: ≤ 12 %
▲ 6,4 pp über Benchmark*
Headhunter-Anteil *
28%
€ 165k / € 580k · Hebel-Position
▲ über Mittelstand-Ø*
Daten der Firma
Unternehmen
Bachmann & Partner Maschinenbau GmbH
Branche
Sondermaschinenbau (Verpackungstechnik)
Standorte
Aalen (HQ), Chemnitz
Gründung
1962 · Familienunternehmen, 2. Generation
Mitarbeitende
480
Umsatz
~ 95 Mio. €
Ansprechpartnerin
Frau Sabine Köhler · Personalleiterin
ATS
Personio
Hirings 12 Mo.
38
Geplant nächste 12 Mo.
42 (+10,5 %)
Aktuell offen
14 Positionen
Recruiting-FTE
2,0 (Personalleitung + 1 Recruiterin)
Recruiting-Ratio
1 : 240 (Benchmark 1 : 100–150)
Recruiting-Budget
€ 580.500 p.a.
davon Headhunter
€ 165.000 (28,4 %)
Active Sourcing
Minimal / sporadisch
Kritische Befunde · Was uns aufgefallen ist
!
Headhunter-Anteil ist überdurchschnittlich – und konzentriert sich auf Engineering.
Mit € 165.000 p.a. (28 % des Budgets) liegt der Headhunter-Anteil deutlich über dem typischen Mittelstand-Niveau (15–20 %). 9 der 12 Mandate fielen auf Konstruktion und SPS/Software. Sechs davon wurden im Audit als „intern besetzbar bei Active-Sourcing-Setup" eingestuft.
Hebel: € 78.000 p.a. einsparbar bei strukturellem Internal-Sourcing
!
Kosten der Fehlbesetzung sind im technischen Bereich kritisch.
Die Frühfluktuationsquote von 18,4 % verdeckt einen schärferen Befund: In SPS/Software-Programmierung haben 4 von 6 Neueinstellungen das Unternehmen innerhalb von 12 Monaten wieder verlassen (67 %). Das ist nicht mehr ein Auswahlproblem, sondern ein Onboarding- und Retention-Problem — und jede Fehlbesetzung kostet zwischen 50 und 75 % eines Jahresgehalts.
Hebel: € 41.000 – 62.000 p.a. bei Reduktion auf Benchmark
!
Verzögerte Besetzung kostet Wertschöpfung.
Mit 87 Tagen TTH durchschnittlich (Engineering 112) und 14 derzeit offenen Stellen entspricht das überlangen Vakanzdauern, die Auftragslage und Projektplanung direkt belasten. Die Aufschlüsselung zeigt: Time-to-Sourcing (32 d) und Time-to-Approval (16 d) sind die zwei größten Hebel.
Hebel: € 26.000 – 75.000 p.a. an Kosten verzögerter Besetzung
?
Personio wird unter seinen Möglichkeiten genutzt.
Das ATS ist im Einsatz, aber Funnel-Tracking, Pipeline-Management und automatisierte Kandidaten-Kommunikation sind nicht aufgesetzt. Das ist eine schnelle Quick-Win-Position – ohne neue Tools, ohne neuen Software-Stack.
Maßnahme: Personio-Setup-Workshop, ~ 2 Tage Aufwand
✓
Cost-per-Hire ist – isoliert betrachtet – noch im Benchmark.
€ 7.850 liegt am oberen Rand der für den Mittelstand typischen 4.000–8.000-€-Range. Das ist die gute Nachricht: Sie haben kein Volumenproblem, sondern ein Strukturproblem. Strukturprobleme lassen sich gezielt lösen.
02 Recruiting Funnel

Wo Kandidaten verloren gehen.

Der Funnel zeigt pro Bereich, wie aus Leads Einstellungen werden. Bei Bachmann & Partner wird sichtbar: Engineering hat ein Lead-Volumen-Problem (zu wenig Pipeline), SPS/Software ein Closing-Problem (Drop-off im Interview), Produktion und Verwaltung laufen sauber.

Funnel Gesamt · 38 Hirings in 12 Mo.
Lead-Eingang
820
100 %
Screening bestanden
344
42 % (BM* 35–55 %)
Interviews
148
43 % (BM* 35–50 %)
Angebote
54
36 % (BM* 25–40 %)
Einstellungen
38
70 % (BM* 70–85 %)
Bounce-Rate *
58 %
Benchmark*: 45–65 % · ✓
Offer Rate *
36 %
Benchmark*: 25–40 % · ✓
Acceptance Rate *
70 %
Benchmark*: 70–85 % · grenzwertig
Hiring Rate *
4,6 %
Benchmark*: 2–5 % · ✓
Funnel Engineering · 9 Hirings
Lead-Eingang
94
100 % · sehr dünn
Screening bestanden
58
62 %
Interviews
33
57 %
Angebote
13
39 %
Einstellungen
9
69 %
Bounce-Rate *
38 %
BM*: 45–65 % · stark
Offer Rate *
39 %
BM*: 25–40 % · ✓
Acceptance *
69 %
BM*: 70–85 % · grenzwertig
Hiring Rate *
9,6 %
BM*: 2–5 % · ▲
Befund: Lead-Volumen ist zu klein. Active Sourcing fehlt fast vollständig. Hiring Rate: 9,6 % (über Benchmark, weil Pipeline schon vorgefiltert)
Funnel SPS / Software · 6 Hirings
Lead-Eingang
68
100 % · sehr dünn
Screening bestanden
38
56 %
Interviews
21
55 %
Angebote
9
43 %
Einstellungen
6
67 %
Bounce-Rate *
44 %
BM*: 45–65 % · ✓
Offer Rate *
43 %
BM*: 25–40 % · ▲ vermutlich zu locker
Acceptance *
67 %
BM*: 70–85 % · ▼ Wettbewerbsproblem
Hiring Rate *
8,8 %
BM*: 2–5 % · ▲
Befund: Acceptance Rate nur 67 % – Wettbewerb gewinnt um knappe Profile. Frühfluktuation: 67 % (4 von 6 weg in 12 Mo.)
Funnel Produktion · 14 Hirings
Lead-Eingang
412
100 % · solide Pipeline
Screening bestanden
158
38 %
Interviews
58
37 %
Angebote
21
36 %
Einstellungen
14
67 %
Bounce-Rate *
62 %
BM*: 45–65 % · ✓
Offer Rate *
36 %
BM*: 25–40 % · ✓
Acceptance *
67 %
BM*: 70–85 % · grenzwertig
Hiring Rate *
3,4 %
BM*: 2–5 % · ✓
Befund: Solider Funnel, gute Conversion, geringe Frühfluktuation – hier läuft's. Hiring Rate: 3,4 %
Funnel Vertrieb · 5 Hirings
Lead-Eingang
142
100 %
Screening bestanden
56
39 %
Interviews
24
43 %
Angebote
8
33 %
Einstellungen
5
63 %
Bounce-Rate *
61 %
BM*: 45–65 % · ✓
Offer Rate *
33 %
BM*: 25–40 % · ✓
Acceptance *
63 %
BM*: 70–85 % · ▼ verbessern
Hiring Rate *
3,5 %
BM*: 2–5 % · ✓
Befund: Funktionsfähig, aber zu wenig Pipeline für die geplanten 7 Hirings 2027. Hiring Rate: 3,5 %
Funnel Verwaltung · 4 Hirings
Lead-Eingang
104
100 % · solide
Screening bestanden
34
33 %
Interviews
12
35 %
Angebote
5
42 %
Einstellungen
4
80 %
Bounce-Rate *
67 %
BM*: 45–65 % · leicht hoch
Offer Rate *
42 %
BM*: 25–40 % · leicht über
Acceptance *
80 %
BM*: 70–85 % · ✓ stark
Hiring Rate *
3,8 %
BM*: 2–5 % · ✓
Befund: Beste Conversion – stabilster Bereich. Hiring Rate: 3,8 %
03 Kosten & Kennzahlen

Wo das Geld hingeht.

€ 580.500 jährliches Recruiting-Budget. Aufgeschlüsselt nach Kostenarten und nach Bereichen wird sichtbar, wo die Hebel liegen: Engineering und SPS sind die teuersten Bereiche pro Hire, weil Headhunter dort dominieren.

Kostenstruktur p.a.
Recruiting-Team
€ 198.00034,1 %
Headhunter
€ 165.00028,4 %
Hiring-Manager-Aufwand
€ 115.50019,9 %
Stellenanzeigen
€ 58.00010,0 %
Tools / ATS
€ 28.000
Sonstige
€ 16.000
Gesamt p.a.
€ 580.500
Cost per Hire (Ø)
7.850€
Gesamt · 38 Hirings
am oberen Benchmark-Rand
Cost per Lead
102€
580k / 5.700 qualifizierte Leads p.a.
Cost per Interview
565€
~ 1.030 Interviews p.a.
HH-Cost per Hire (Eng.)
22.300€
€ 165k / 9 HH-Mandate Engineering
3× normaler CPH
Cost per Hire nach Bereich
BereichHiringsAllokierte KostenCPHCPLCPIStatus
Engineering / Konstruktion9€ 184.500€ 20.500€ 1.963€ 5.591Hebel-Position
SPS / Software6€ 132.500€ 22.083€ 1.949€ 6.310Kritisch
Produktion14€ 142.000€ 10.143€ 345€ 2.448im Benchmark
Vertrieb5€ 71.500€ 14.300€ 504€ 2.979Beobachten
Verwaltung4€ 50.000€ 12.500€ 481€ 4.167solide
Gesamt / Ø38€ 580.500€ 7.850€ 102€ 565Hebel: Engineering + SPS
Headhunter-Aufträge (Auswahl) der letzten 12 Monate
PositionBereichJahresgehaltHH-KostenIntern besetzbar?Hebel
Konstruktionsleiter VerpackungstechnikEngineering€ 95.000€ 23.750Ja ✓+ € 19.000
Senior SPS-ProgrammiererSPS / Software€ 78.000€ 19.500Ja ✓+ € 15.600
Konstruktionsingenieur (3D-CAD)Engineering€ 72.000€ 18.000Ja ✓+ € 14.400
Software-Architekt SteuerungstechnikSPS / Software€ 110.000€ 27.500Teilweise+ € 11.000
Leiter Vertrieb DACHVertrieb€ 125.000€ 31.250Nein ✗—
Konstruktionsingenieur (Elektro)Engineering€ 68.000€ 17.000Ja ✓+ € 13.600
SPS-Programmiererin (Robotik)SPS / Software€ 75.000€ 18.750Ja ✓+ € 15.000
… 5 weitere Mandate (Detailliste auf Anfrage)
Gesamt 12 Mandate€ 165.0008 Ja · 2 Teilweise · 2 Nein+ € 78.000 / Hebel realistisch
Der „Hebel"-Wert geht davon aus, dass intern besetzbare Mandate zu 80 % vermeidbar sind und teilweise besetzbare zu 40 %.
04 Time-to-Hire

Wie lange Stellen offen bleiben.

87 Tage Time-to-Hire im Durchschnitt – Engineering bei 112 Tagen. Die Aufschlüsselung zeigt, dass nicht ein einzelner Schritt klemmt, sondern zwei: Sourcing-Phase (32 Tage) und interne Approval (16 Tage). Hier liegen die zwei größten Hebel.

Time-to-Hire-Aufschlüsselung (Ø in Tagen)
Time-to-Sourcing *
32 d (BM* ≤14)
Time-to-Approval *
16 d (BM* ≤7)
Time-to-Vote *
12 d (BM* ≤5)
Time-to-Offer *
10 d (BM* ≤7)
Time-to-React *
5 d (BM* ≤3)
Sonstige Übergänge
12 d
Gesamt-Time-to-Hire *
Ø: 87 d (BM* 28–35 d)
Time-to-Hire nach Bereich
BereichTTH (Ø)Δ Benchmark*Status
Engineering / Konstruktion112 d+82 dkritisch
SPS / Software98 d+68 dkritisch
Vertrieb82 d+52 ddeutlich über
Verwaltung62 d+32 düber Benchmark
Produktion52 d+22 dleicht über
* Benchmark Median DE: 28–35 Tage (Quelle: Germany Recruiting Benchmarks 2025). Werte über 50 Tagen gelten als oberes Quartil (langsam).
Kritische Einschätzung
Größte Auffälligkeit: Mit 32 Tagen Time-to-Sourcing geht über ein Drittel der Gesamtzeit dafür drauf, überhaupt erst Kandidaten in die Pipeline zu bekommen. Das ist die direkte Folge des fehlenden Active Sourcings – und der Grund, warum Engineering und SPS so lange offen bleiben.
Was kritisch ist: Time-to-Approval mit 16 Tagen ist organisatorisch hausgemacht. Hiring-Manager-Entscheidungen brauchen aktuell 2–3 Wochen, weil weder Verfügbarkeitskorridore noch Eskalationspfade definiert sind. Bei 14 offenen Positionen entspricht das Vakanzkosten von € 4.000–6.000 pro Stelle pro Woche – für Engineering- und SPS-Rollen auch deutlich mehr.
Was nicht so kritisch ist: Time-to-React (5 Tage) ist erfreulich – wenn ein Kandidat im System ist, läuft der Prozess. Auch Time-to-Offer (10 Tage) ist im akzeptablen Bereich. Das ist eine wichtige Erkenntnis: Bachmann & Partner kann Recruiting, sobald Kandidaten da sind. Das Problem liegt vor und um den Prozess herum, nicht im Prozess selbst.
Empfehlung: Nicht den ganzen Funnel anfassen. Zwei gezielte Eingriffe: Sourcing-Kapazität aufbauen (Reduktion Time-to-Sourcing 32 → 18 d) und Approval-Prozess straffen (Eskalationsregel ab Tag 7, Reduktion 16 → 8 d). Damit allein: TTH von 87 auf ~65 Tage – ein Drittel weniger.
05 Diagnostik

Wie gut ist der Prozess wirklich?

Sechs Dimensionen, qualitativ bewertet auf Basis der Audit-Gespräche mit Sabine Köhler (Personalleitung), Markus Hoffmann (Konstruktionsleitung) und Stefan Lindner (SPS-Teamlead). Die Diagnostik erklärt, warum die Zahlen so aussehen wie sie aussehen.

Interviewstruktur
teilweise strukturiert
Leitfäden vorhanden, aber nicht konsequent eingesetzt
Im technischen Bereich werden Interviews stark fachlich geführt, aber wenig methodisch. Es gibt Leitfäden in Personio, sie werden jedoch nicht durchgängig genutzt – jedes HM-Team hat eigene Routinen entwickelt. Das macht Vergleichbarkeit über Bereiche hinweg schwer und ist mutmaßlich ein Mitfaktor der hohen Frühfluktuation in SPS.
Anforderungsanalyse
manchmal / lückenhaft
Keine standardisierte Methodik
Anforderungen werden überwiegend ad-hoc durch den Hiring Manager formuliert und in Personio in das Standard-Stellenprofil-Feld eingetragen. Methoden wie CIT (Critical Incident Technique) oder strukturierte Scorecards fehlen. Wenn Profile vor der Suche nicht geschärft werden, passt der eingestellte Kandidat häufiger nicht zur Realität – ein direkter Treiber der Frühfluktuation.
Referenz-Checks
selten
Nur bei Führungspositionen, sonst nicht
Referenz-Gespräche werden ausschließlich auf Leitungsebene geführt. Bei Konstruktion und SPS – also genau den Bereichen mit problematischer Frühfluktuation – findet keine systematische Referenz-Prüfung statt. Das ist ein einfach zu schließender Hebel mit unmittelbarer Wirkung auf Auswahlqualität.
Case Studies / Tests
ad-hoc
Probearbeit in Konstruktion etabliert, sonst keine
In der Konstruktion wird ein halber Probearbeitstag durchgeführt – mit positivem Effekt auf Auswahlqualität dort. In SPS und Vertrieb gibt es weder Cases noch standardisierte Tests. Die Skalierung der Konstruktions-Praxis auf SPS wäre ein realistischer Quick-Win.
ATS-Nutzungsqualität (Personio)
teilweise genutzt
Stammdaten ja – Funnel-Tracking, Pipeline und Automation: nein
Personio läuft, aber nur als Bewerber-Aktenablage. Funnel-Conversion, Time-Tracking pro Phase, automatisierte Statusupdates für Bewerber, Kandidaten-Pools – alles vorhanden im Tool, nichts aktiviert. Das ist die einfachste Position auf der Liste: kein neues Tool nötig, nur Setup.
Onboarding-Prozess
rudimentär
Erste Tage geregelt, danach: kein strukturierter 90-Tage-Plan
Tag 1 ist sauber organisiert (Arbeitsplatz, IT, Begrüßung). Was danach passiert, hängt vom Team ab. In SPS – wo Frühfluktuation am höchsten ist – existiert kein definierter Einarbeitungsplan und keine systematischen Check-ins nach 30/60/90 Tagen. Das ist die wahrscheinlich wichtigste Diagnose-Erkenntnis: Bachmann & Partner verliert Mitarbeitende nicht durch falsche Auswahl, sondern durch fehlendes Halten.
Synthese
Warum die Frühfluktuation so hoch ist

Die diagnostischen Befunde legen eine klare Hypothese nahe – und sie deckt sich mit den Zahlen aus SPS/Software: Auswahl ist zu unscharf · Onboarding zu lose · zusammen führt es zu vermeidbaren Abgängen.

Ohne strukturierte Anforderungsanalyse werden Menschen für Aufgaben eingestellt, die so nie definiert wurden. Ohne strukturierten 90-Tage-Plan fehlt der Anker, an dem sich neue Mitarbeitende orientieren. Beides allein ist verdaulich – in Kombination führt es zu der beobachteten 67%-Quote in SPS.

Die gute Nachricht: Beide Probleme sind methodisch lösbar, nicht kulturell. Das ist eine Frage von Standards und Prozessen, nicht von Mentalitätswandel.

06 Maßnahmen-Roadmap

Was als Nächstes passiert.

Realistischer Zeitplan über 18 Monate. Erst die schnellen, eindeutigen Hebel anziehen (Q3 2026), dann die strukturellen Änderungen umsetzen (Q4 2026 / Q1 2027), dann skalieren und validieren. Quick Wins parallel mitnehmen.

Q3 2026
Juli – September
Hoch
Personio-Setup-Workshop. Funnel-Tracking, Pipeline-Stages, automatisierte Bewerber-Kommunikation aktivieren. Voraussetzung für alle datenbasierten Folgeschritte.
2 Tage · sofort
Hoch
HH-Pipeline-Review für H2 2026. Geplante Headhunter-Mandate des laufenden Halbjahres prüfen, intern besetzbare herausziehen, Sourcing-Plan dafür aufsetzen. Größter kurzfristiger Hebel.
~ € 35–50k 2026
Mittel
Approval-Eskalation einführen. Klare Regel: HM-Entscheidung binnen 7 Tagen, sonst automatische Eskalation an Bereichsleitung. Reduziert Time-to-Approval von 16 auf 8 Tage.
TTH −8 d
Mittel
Frühfluktuations-Diagnose SPS. Strukturierte Gespräche mit den 4 SPS-Frühaussteigern (sofern erreichbar) und mit den verbliebenen 2 Hires. Ziel: Gründe-Cluster bilden.
Insight-Basis
Q4 2026
Oktober – Dezember
Hoch
Active-Sourcing-Aufbau. LinkedIn Recruiter-Lizenz, Sourcing-Kompetenz im Team etablieren (Schulung + Begleitung), erste 5–8 Engineering-Mandate intern aktiv besetzen statt extern vergeben.
Strukturhebel
Hoch
Anforderungsanalyse-Standard. Vorlage und Methode (CIT-basiert) einführen, an drei Pilot-Positionen (1 Eng, 1 SPS, 1 Vertrieb) testen, danach für alle Bereiche verbindlich.
Auswahlqualität ↑
Mittel
Strukturierter 90-Tage-Onboarding-Plan SPS. Pilot in SPS/Software – wo das Problem akut ist. Klare 30/60/90-Check-ins, fester Onboarding-Buddy, dokumentierter Lernplan.
Frühfluktuation ↓
Mittel
Referenz-Check-Standard. Verbindliche Referenz-Gespräche ab Senior-Ebene in Konstruktion und SPS einführen.
Mittelfristig
Q1 2027
Januar – März
Mittel
Strukturierte Interviewleitfäden je Rolle. Für die fünf häufigsten Positionen (Konstrukteur, SPS-Programmierer, Produktionsfacharbeiter, Vertriebsingenieur, kaufmännischer MA) verbindliche Leitfäden erstellen und einführen.
Auswahlqualität
Mittel
Onboarding-Rollout auf alle Bereiche. Auf Basis der Q4-Pilotergebnisse den 90-Tage-Plan in Engineering, Vertrieb und Verwaltung ausrollen.
Retention
Mittel
Probearbeit als Standard für SPS. Halbtages-Format aus Konstruktion auf SPS skalieren.
Mittelfristig
Q2 / Q3 2027
Skalierung & Review
Strategisch
Recruiting-KPI-Dashboard für Geschäftsführung. Monatlich CPH, TTH, Funnel, Frühfluktuation – sichtbar gemacht. Steuerung statt Reaktion.
Steuerung
Strategisch
Re-Audit Q3 2027. Alle KPIs gegen die Q2-2026-Baseline messen, Hebel-Realisierung tracken, neue Schwerpunkte definieren.
Validierung
Realisierbares Einsparpotenzial im Zeitverlauf
€ 35–50k
in 2026 (H2)
Quick Wins durch HH-Pipeline-Review & Approval-Eskalation
€ 95–140k
in 2027
Strukturelle HH-Reduktion + erste Frühfluktuations-Effekte
€ 145–215k
ab 2028 p.a.
Vollständige Hebel-Realisierung im Steady State
07 Nächste Schritte

Was wir konkret tun.

Drei konkrete Schritte für die nächsten 6–8 Wochen, damit aus diesem Audit Bewegung wird – und nicht nur ein PDF im Ablageordner.

01
Personio-Setup-Workshop
Zwei Tage gemeinsam vor Ort in Aalen. Funnel-Tracking, Pipelines, automatisierte Kandidaten-Kommunikation aktivieren. Sabine Köhler und Recruiterin werden geschult, das System läuft am Tag 3 produktiv.
Verantwortlich: Wilken Recruiting
Termin: KW 28–30
02
HH-Pipeline-Review H2 2026
Halbtages-Workshop mit Personalleitung und Bereichsleitungen Engineering und SPS. Ziel: Aktuelle und geplante HH-Mandate durchsehen, intern besetzbare identifizieren, ersten internen Sourcing-Sprint starten.
Format: Workshop vor Ort
Termin: KW 31
03
Quartalsweise Begleitung
90-Minuten-Reviews alle drei Monate über die nächsten 18 Monate. Maßnahmen-Tracking, KPI-Entwicklung, Nachjustieren wo nötig. Re-Audit nach 12 Monaten zur Validierung der Hebel.
Format: Quarterly Reviews
Erstes Review: Q4 2026

Bereit für den nächsten Schritt?

Lass uns einen Termin für den Personio-Setup-Workshop und das HH-Pipeline-Review festlegen. In acht Wochen sehen wir die ersten messbaren Effekte.

📩 youth@wilken-recruiting.de
✆ +49 40 3339 6316