Bachmann & Partner steht vor einer Wachstumsphase – 42 geplante Einstellungen für die nächsten 12 Monate, dazu 14 derzeit offene Positionen. Das Recruiting kostet aktuell € 580.500 p.a., mit drei strukturellen Schwächen: ein zu hoher Headhunter-Anteil, eine kritische Frühfluktuation in den technischen Bereichen und eine Time-to-Hire, die im Engineering 110+ Tage erreicht. Die Mehrheit dieser Probleme ist mit moderatem Aufwand strukturell adressierbar.
Sie zahlen viel – aber nicht für gutes Recruiting. Sie zahlen für die Folgen, dass es fehlt.
Headhunter-Aufträge für Positionen, die Sie selbst hätten besetzen können. Frühfluktuation, weil Auswahlqualität und Onboarding nicht zusammenspielen. Vakanztage, weil keiner sieht, wo der Prozess hängt. Drei Symptome, ein gemeinsamer Befund: Recruiting ist hier reaktiv, nicht steuernd.
Der Funnel zeigt pro Bereich, wie aus Leads Einstellungen werden. Bei Bachmann & Partner wird sichtbar: Engineering hat ein Lead-Volumen-Problem (zu wenig Pipeline), SPS/Software ein Closing-Problem (Drop-off im Interview), Produktion und Verwaltung laufen sauber.
€ 580.500 jährliches Recruiting-Budget. Aufgeschlüsselt nach Kostenarten und nach Bereichen wird sichtbar, wo die Hebel liegen: Engineering und SPS sind die teuersten Bereiche pro Hire, weil Headhunter dort dominieren.
| Bereich | Hirings | Allokierte Kosten | CPH | CPL | CPI | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Engineering / Konstruktion | 9 | € 184.500 | € 20.500 | € 1.963 | € 5.591 | Hebel-Position |
| SPS / Software | 6 | € 132.500 | € 22.083 | € 1.949 | € 6.310 | Kritisch |
| Produktion | 14 | € 142.000 | € 10.143 | € 345 | € 2.448 | im Benchmark |
| Vertrieb | 5 | € 71.500 | € 14.300 | € 504 | € 2.979 | Beobachten |
| Verwaltung | 4 | € 50.000 | € 12.500 | € 481 | € 4.167 | solide |
| Gesamt / Ø | 38 | € 580.500 | € 7.850 | € 102 | € 565 | Hebel: Engineering + SPS |
| Position | Bereich | Jahresgehalt | HH-Kosten | Intern besetzbar? | Hebel |
|---|---|---|---|---|---|
| Konstruktionsleiter Verpackungstechnik | Engineering | € 95.000 | € 23.750 | Ja ✓ | + € 19.000 |
| Senior SPS-Programmierer | SPS / Software | € 78.000 | € 19.500 | Ja ✓ | + € 15.600 |
| Konstruktionsingenieur (3D-CAD) | Engineering | € 72.000 | € 18.000 | Ja ✓ | + € 14.400 |
| Software-Architekt Steuerungstechnik | SPS / Software | € 110.000 | € 27.500 | Teilweise | + € 11.000 |
| Leiter Vertrieb DACH | Vertrieb | € 125.000 | € 31.250 | Nein ✗ | — |
| Konstruktionsingenieur (Elektro) | Engineering | € 68.000 | € 17.000 | Ja ✓ | + € 13.600 |
| SPS-Programmiererin (Robotik) | SPS / Software | € 75.000 | € 18.750 | Ja ✓ | + € 15.000 |
| … 5 weitere Mandate (Detailliste auf Anfrage) | |||||
| Gesamt 12 Mandate | € 165.000 | 8 Ja · 2 Teilweise · 2 Nein | + € 78.000 / Hebel realistisch | ||
87 Tage Time-to-Hire im Durchschnitt – Engineering bei 112 Tagen. Die Aufschlüsselung zeigt, dass nicht ein einzelner Schritt klemmt, sondern zwei: Sourcing-Phase (32 Tage) und interne Approval (16 Tage). Hier liegen die zwei größten Hebel.
| Bereich | TTH (Ø) | Δ Benchmark* | Status |
|---|---|---|---|
| Engineering / Konstruktion | 112 d | +82 d | kritisch |
| SPS / Software | 98 d | +68 d | kritisch |
| Vertrieb | 82 d | +52 d | deutlich über |
| Verwaltung | 62 d | +32 d | über Benchmark |
| Produktion | 52 d | +22 d | leicht über |
Sechs Dimensionen, qualitativ bewertet auf Basis der Audit-Gespräche mit Sabine Köhler (Personalleitung), Markus Hoffmann (Konstruktionsleitung) und Stefan Lindner (SPS-Teamlead). Die Diagnostik erklärt, warum die Zahlen so aussehen wie sie aussehen.
Die diagnostischen Befunde legen eine klare Hypothese nahe – und sie deckt sich mit den Zahlen aus SPS/Software: Auswahl ist zu unscharf · Onboarding zu lose · zusammen führt es zu vermeidbaren Abgängen.
Ohne strukturierte Anforderungsanalyse werden Menschen für Aufgaben eingestellt, die so nie definiert wurden. Ohne strukturierten 90-Tage-Plan fehlt der Anker, an dem sich neue Mitarbeitende orientieren. Beides allein ist verdaulich – in Kombination führt es zu der beobachteten 67%-Quote in SPS.
Die gute Nachricht: Beide Probleme sind methodisch lösbar, nicht kulturell. Das ist eine Frage von Standards und Prozessen, nicht von Mentalitätswandel.
Realistischer Zeitplan über 18 Monate. Erst die schnellen, eindeutigen Hebel anziehen (Q3 2026), dann die strukturellen Änderungen umsetzen (Q4 2026 / Q1 2027), dann skalieren und validieren. Quick Wins parallel mitnehmen.
Drei konkrete Schritte für die nächsten 6–8 Wochen, damit aus diesem Audit Bewegung wird – und nicht nur ein PDF im Ablageordner.
Lass uns einen Termin für den Personio-Setup-Workshop und das HH-Pipeline-Review festlegen. In acht Wochen sehen wir die ersten messbaren Effekte.